2015-09 D – Der Schwarzwald und Kunst in Weil am Rhein

Im Schwarzwald, am Kreuzwegsattel

Der Schwarzwald empfängt mich mit einem trüben, herbstlichen Gesicht. Anscheinend geht meine Rechnung, immer mit der Sonne in den Süden zu reisen, nicht ganz auf. Er hat sich bereits davon gemacht und ein mit ihm Schritt halten gestaltet sich schwierig. Mein Panorama Aussichtsplatz am Kreuzwegsattel in 1075 m Höhe hat sich durch diverse Baumaschinen in eine fast undurchdringliche Schlammwüste verwandelt. Vorübergehend ist hier auch die Straße zu Ende, es ist Wochenende und Ruhe kehrt ein. Viel Zeit zum Wandern, Schreiben und Chillen.

Unzählige Wanderwege gibt es in der Gegend und tatsächlich treffe ich hier auch andere, die sich zu Fuß an der sie umgebenden grandiosen Natur erfreuen. Ein Wanderpärchen jenseits der 80 kraxelt gemütlich, unablässig den steilen Anstieg hinauf, ein zufriedenes Lächeln im Gesicht. Da bin ich beeindruckt, wir wechseln ein paar Worte. Wenn ich in diesem Alter auch noch immer so die Berge hinaufsteige, dann habe ich alles richtig gemacht.

Die meisten meiner Mitmenschen wandern aber dann doch lieber mit ihren blechernen Freunden in die gut besuchte „einfache“ Berghütte, um die Aussicht und den sonnigen Nachmittag bei einer deftigen Brotzeit oder was auch immer zu genießen.

Schwarzwald Hütte

einfache Schwarzwald Hütte

Pünktlich am Montag Morgen um 7.00 Uhr klappern die Bagger und Radlader an meinem Fenster vorbei und drängen zum Aufbruch.

Weil am Rhein

In Weil am Rhein erwarte ich noch eine Lieferung mit elektronischem Spielzeug. Am Schwimmbad soll es ein ruhiges Plätzchen geben. Leider ist auch das beschrankt und mit einer 9.00 EUR Gebühr belegt. Um die Ecke Richtung Schweiz gibt es eine Alternative und zu Fuß besuchen wir die hundefreundlichen Eidgenossen jenseits des Flüsschens Wiese. Auf deutscher Seite entdecke ich so eine Art Parkanlage, eine gewaltige Treppe führt empor. Weiter geht es ein paar hundert Meter über eine tonnenschwere Stahlkonstruktion mit Aussichtsplateau. Allerdings ist dort nichts, rein gar nichts zu sehen. Ein jugendlicher angehender Grafikdesigner hat versucht, dem großen Ganzen doch noch etwas Sinn zu verleihen, jedenfalls deutet sein Meisterwerk das an, da steckt Potential dahinter.

Das lässt mir keine Ruhe. Warum ist hier so eine monumentale Zuwegung, die mich an Bauwerke aus zwei Generationen vor meiner Zeit erinnert und mindestens 1000 Jahre andauern sollte. Anscheinend waren ein paar EU Töpfe prall gefüllt und ein paar hunderttausend Euro sind einfach oben heraus geschwappt. Die OSM Karte birgt die Antwort. Das Plateau führt eigentlich zu einem Aussichtspunkt. Nur ist dieser in den Jahren mit allerlei Gehölz derart zugewachsen, dass nur noch einheimische Sträucher direkt vor der Nase baumeln. Aber da hinter, das Highlight, die ehemalige Kiesgrube Käppelin. Hier konnte man wahrscheinlich in den frühen siebziger Jahren die Kieswerker beim Sieben, Zerkleinern und Verladen ihrer Bodenschätze beobachten. Heute ist alles nur noch Vergangenheit und zugewuchert.

So alt ist die Stahlkonstruktion doch eigentlich noch nicht … ?

 

Meine Reiseroute

Kreuzwegsattel - Weil am Rhein

Kreuzwegsattel – Weil am Rhein

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