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Der Wolkenatlas

von David Mitchell

Der Wolkenatlas

Empfehlenswert!

Sechs Lebenswege, die sich unmöglich kreuzen können: darunter ein amerikanischer Anwalt, der um 1850 Ozeanien erforscht, ein britischer Komponist, der 1931 vor seinen Gläubigern nach Belgien flieht, und ein koreanischer Klon, der in der Zukunft wegen des Verbrechens angeklagt wird, ein Mensch sein zu wollen. Und dennoch sind diese Geschichten miteinander verwoben. Mitchells originelle Menschheitsgeschichte katapultiert den Leser durch Räume, Zeiten, Genres und Erzählstile und liest sich dabei so leicht und fesselnd wie ein Abenteuerroman. „David Mitchell nimmt den Leser mit auf eine literarische Achterbahnfahrt. Und man wünscht sich, diese Reise möge nie enden.“ (A.S. Byatt)

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David Mitchell erzählt seine Bücher gern häppchenweise. Schon Chaos erhob seinen Titel zum Programm und war als „Roman in neun Teilen“ konzipiert, und bereits hier erschloss sich der „Sinn“ des großen Ganzen, die Vernetzung der einzelnen Abschnitte nicht unbedingt auf den ersten Blick. Bei Der Wolkenatlas ist das nicht anders — im Gegenteil: Es ist noch viel komplizierter. Denn die sechs nahezu autonomen Episoden führen den Leser nicht nur über eine Zeitspanne von immerhin sechs Jahrhunderten, sie sind auch alle in einem überaus eigenen, ja: eigenwilligen Stil geschrieben, wobei Mitchell meisterhaft den Bogen spannt von der Parodie exotischer Forschungsberichte aus dem 19. Jahrhundert über Genres wie Briefroman oder Thriller bis hin zur Science-Fiction-Erzählung und der „Newspeak“ in 400 Jahren.

Was aber erzählt Der Wolkenatlas? Er erzählt die (plötzlich abreißende) Geschichte eines Forschungsreisenden, der mit seinen ritterlichen Ambitionen in der Fremde auf heftigen Widerstand stößt. Er erzählt die Geschichte eines jungen Musikers, der einem alternden Genie zu einem traurigen Meisterwerk und dessen Frau zu allerlei Höhepunkten verhilft. Er berichtet von Geheimnisträgern, die Verrat üben, Verlegern, die sich im Irrenhaus wiederfinden und von einem koreanischen Klon, die mit seinem Recht auf Menschsein nicht nur an moralische Grenzen stößt. Dabei geht es um Mord und Totschlag, Sühne und Sündenfall, gefallene Götter und Menschen, die sich zu Göttern aufspielen wollen — und wie sich alles, einer literarischen Chaostheorie entsprechend, aufeinander beziehen lässt. Dabei ist erstaunlich, wie es Mitchell gelingt, dass man als Leser trotz der ungewöhnlichen Sprache, die auch vor Abkürzungen und Neologismen nicht zurückschreckt, immer am Ball bleibt, und zwar gerne. Große, ungewöhnliche Literatur. –Stefan Kellerer — Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

Einer der wichtigsten jungen britischen Autoren. (FAZ )

David Mitchell nimmt den Leser mit auf eine literarische Achterbahnfahrt. Und man wünscht sich, diese Reise möge nie enden. (A.S. Byatt )

Mitchell kartographiert Seelen und schreibt Weltliteratur. (NZZ )

Meine Wertung:

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Tags: Gegenwartsliteratur, Romane