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Freiheit

von Jonathan Franzen

Freiheit

Das Buch, habe ich schon einmal 2013 versucht zu lesen und nach 100 Seiten abgebrochen. Heute ist es lesbar geworden, vielleicht kein John Irving, aber ich liebe solche Familiengeschichten.

Nicht weniger hat Franzen mit Freiheit getan als den großen amerikanischen Familienroman neu zu beleben. Im Mittelpunkt stehen Patty und Walter Berglund mit ihren Kindern: eine linksliberal orientierte Familie, die das Buch in einer grandiosen Einleitungspassage als Nachttischbildidylle einführt: In einer renovierten Villa lebend, haben die Berglunds einem heruntergekommen Viertel in St. Paul/Minnesota, nicht zuletzt dank Pattys Engagement, zu neuem Glanz verholfen. Und Walter hat auf seine Karriere verzichtet, um für ökologische Organisationen tätig zu sein.

Natürlich bekommt das moralisch scheinbar unangreifbare Familienidyll schnell Risse. Patty kann sich von ihrer traurigen Vergangenheit nicht lösen und versucht, ihre Depressionen im Alkohol zu ertränken. Walter erliegt aus guter Absicht einem unmoralischen Angebot der Kohleindustrie. Und Sohn Joey verlässt die Familie und zieht ins Haus der einzigen verbliebenen „asozialen“ Familie der Gegend. Später wird er dubiose Geschäfte im Irakkrieg machen.

Wie Franzen diesen immer schon angelegten Glücksumschwung der ersten und der zweiten Berglund-Generation schildert, ist einfach wunderbar – auch und vor allem wieder deshalb, weil er sich die Zeit zum Schildern von Figuren und Situationen genommen hat. So ist Freiheit ein wundervolles, faszinierendes und, vor allem, gut zu lesendes Buch geworden, das seine Leser von der ersten bis zur letzten Seite auf höchstem Niveau zu fesseln vermag. — Thomas Köster —

Meine Wertung:

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Tags: Gegenwartsliteratur, Romane