2015-03-26 GR Thermopylen – Korinos

Der März zeigt sich hier in Griechenland von einer durchaus nicht erwarteten Seite. Es regnet jetzt sanft und gleichmäßig, ununterbrochen den fünften Tag in Folge. So ein richtig vertrauter mecklenburgischer, alles durchweichender Landregen, ein Gefühl der Heimat, der Vertraulichkeit, des Geborgenen. Die Sonne ist mir so fremd geworden, nur die exotischen Dattelpalmen deuten darauf hin, dass es hier in der Region durchaus auch einmal wärmer und trockener sein könnte.

Die Stimmung und die Vorräte neigen sich dem Ende, da hilft meist ein Ortswechsel und so lasse ich mich die Schnellstraße gen Norden treiben und sie schlägt erbarmungslos zu, die Falle der Wegelagerer des 21. Jahrhundert. Niemand rechnet damit, weder mein Kopilot noch der Gott der Hinweisschilder. Niemand warnt mich und schon zahle ich 4,45 EUR Lösegeld für nicht einmal 10 km, um der Falle zu entrinnen.
Wie ist dazu bloß gekommen, frage ich mich verwundert. Sie haben das schon clever gemacht, die Griechen. Man fährt aus der Stadt heraus, erkennt nicht sofort die Autobahn, weil weder Hinweisschilder, noch Maut Schilder vorhanden sind und lässt den Reisenden erst einmal fahren. Nicht, dass er noch auf den Gedanken kommt und versucht, rückwärts der Falle zu entrinnen. Ist er dann erst einmal ein paar Kilometer gefahren wird schnell ein Mautschild: 2 km aufgestellt, und der Wegelagerer lagert mit seiner Schranke, Kameras und der ganzen zur Verfügung stehenden Staatsmacht und verlangt sein Lösegeld. Nicht, dass man erwarten könnte ab hier wäre jetzt eine Gebühr fällig und du hast die Wahl, fahre ab oder zahle! Nein, jetzt wird rückwirkend gezahlt, die gesamte Straße ist mit Schranken und Zäunen rechts und links verbarrikadiert. Das erinnert mich immer an die Geschichten von Robin Hood „Wenn du lebend durch diesen Wald kommen willst …“. Aber nein, da waren die Machtverhältnisse andersherum. Denn Robin gab den Armen.

Maut GriechenlandDiesmal etwas besser vorbereitet, geht es weiter gen Norden, quer durchs Land. Zu sehen ist nichts, alles ist in einem zähen, dichten Nebel versteckt. So richtig schmuddeliges Novemberwetter im März.

Der Nebel öffnet für wenige Augenblicke seinen schweren Mantel und gibt den Blick auf Farsala frei, eine kleine Stadt im Nichts. Meine Geldbörse ist auch leer und um dieses Problem zu beseitigen, mache ich eine Pause.

FarsalaIn der Stadt entdecke ich einen Tierarzt, der auf griechisch κτηνίατρος heißt. Er ist sehr freundlich und hat auch anscheinend nicht so viel zu tun und freut sich, dass er mich sieht. Die Problematik haben wir beide erkannt und sind uns auch finanziell einig, aber er kann die Tollwut Impfung nicht in den Impfausweis eintragen und ich verstehe nicht so richtig warum. Vermutlich ist er kein Tierarzt, sondern Veterinär und darf das vielleicht nicht?

Nein, es war ein Missverständnis. Er dachte, ich wollte meinem Timo die Spritze selbst bei Bedarf verabreichen und diese nur mitnehmen. Der Hund wurde zum Arzt verbracht, gründlich untersucht, die Spritze verabreicht, eine Wurmkur noch mitgegeben und das Ganze für gerade einmal 22,50 EUR. Warum kostet so etwas in Deutschland eigentlich gut das Dreifache?

Falls jemand dort mal in der Nähe ist und einen Tierarzt benötigt, lege ich mal einen Geotag auf die Karte (blauer Info-Pfeil). Parkmöglichkeiten sind auch für größere Wohnmobile in der Nähe.

2015-03 Thermopylen - Korinos

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