2015-04 SRB Sokobanja

Die letzten Stunden in Griechenland, fast drei Monate mein Zuhause. Hier war ich bestimmt nicht zum letzten Mal.

Weiter geht es nach Mazedonien, die Autobahn schunkelt und rumpelt den Wagen hin und her. In einem kleinen Ort fahren wir tanken für umgerechnet 84 Cent/Liter! Das lässt Platz für ein ausgiebiges Abendessen, ein Plätzchen neben einem ausgebomten  Fabrikgelände lädt zur Übernachtung ein, die Gaststätte in Sichtweite. Das Essen und der Wein sind hervorragend. Lohn für einen anstrengenden Tag!    😉

Die Internetseite LA710 Frau Scherer präsentierte Serbien als das Land der “Heilwässer und Bäder”. Also, bei den winterlichen Temperaturen – nichts wie hin nach Sokobanja. Der Navigator weist den Weg, und der entpuppt sich als eine übelste kilometerlange Schotterpiste. Noch ist sie fast fünf Meter breit, aber nach wenigen Kilometern nur noch ein besserer Feldweg. Ein entgegenkommender Gemüsehändler, ja, das ist der richtige Weg immer weiter! Mittlerweile sind 950 Meter in der Höhe erreicht, rechts und links liegt der Schnee. Die “Straße” besteht nur noch aus ausgespülten Löchern, Waschbrettpiste und riesigen Pfützen. Wie aus dem nichts taucht auf einmal das Asphaltband wieder auf, Loipen sind markiert, Skihütten rechts und links.

4 km oberhalb des Ortes am Wasserfall mit dem Namen „Ripaljka” finden wir ein ruhiges Plätzchen, am Abend gesellen sich zwei Franzosen zu uns, es gibt selbstgebrautes Bier, frisches Brot und Pâté de Foie gras und viel zu lachen. Der Ofen brennt bei winterlichen Temperaturen, endlich mal wieder eine kleine Party.  😉

In Serbien besteht Meldepflicht für Ausländer und so begeben wir uns per Rad immer den Berg herunter zur örtlichen Polizei. Der Ortsvorsteher, ein riesiger, grobschlächtiger Kerl sieht uns ungläubig an und verweist uns an unser Hotel, die würden das übernehmen. Seine zierliche junge Kollegin versteht dann aber doch unser “Campingwagen, Wohnmobil, stehen am Wasserfall, kein Hotel” und meint lächelnd, nein für drei Tage müssen wir uns nicht anmelden.

Wir genießen den frühlingshaften Tag, Sokobanja wimmelt von Urlaubern und Tagesgästen, denn dieses Wochenende ist hier Oststern. Das einzige geöffnete Bad ist dermaßen überfüllt, dass wir den Gedanken verwerfen, dort einzukehren. Der Ort ist laut, die Fußgängerpassage sonnig, der Kaffee schmeckt, die Leute lassen sich beobachten – das Leben pulsiert, wir leben.

Die Route nach Rumänien führt durch das östliche Serbien. Das Gebiet wird landwirtschaftlich genutzt. Die Straßen, teilweise Schotter-/Lehmwege führen durch Dörfer, eigentlich eher Hüttensiedlungen. Verfall und Armut sind das Gesicht und freundliche Menschen am Weg, die uns zuwinken, erstaunt und neugierig zugleich.

Loutra_Pozar - Sokobanja

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