Kroatien

Lipik nach dem Krieg, oder Die erschossenen Häuser

Dani

Mal wieder etwas nachdenklich.

Wir nähern uns der Grenze von Kroatien zu Bosnien . Die leeren Häuser mehren sich, viele sind buchstäblich in die Knie gegangen, der Zahn der Zeit hat sie angenagt und nun liegen sie schon halb in ihren eigenen Gärten die zu Urwäldern geworden sind. Es mehren sich auch die " erschossenen" Häuser aus dem letzten Krieg und ich mag mir die Geschichten dahinter eigentlich gar nicht ausmalen…. Ein kleines Zahlenbeispiel : hier in Lipik lebten vor dem Krieg 11000, jetzt sind es nur noch 6000…. Den Häusern sieht man ihre Wunden an, aber wie ist das bei den Menschen…?!? Die Lipizzaner haben wir nicht besucht, nur ihren aus Grünzeug nachgebauten Verwandten im Park. Die Pferde wurden im Krieg alle entweder geschlachtet oder nach Serbien gebracht von wo die restlichen Nachkommen erst 2007 zurückkehrten. Der Ort stand arg unter Beschuss, viele Häuser wurden danach neu gebaut und das Kurbad wird gerade restauriert, ein großes Projekt.

Grenzen ziehen

Grenzen ziehen.

Gehe ich mit offenen Augen durch die Welt und durch das Leben dann sehe ich ganz zwangsläufig nicht nur die schönen Dinge…und mache mir so meine Gedanken. Und vieles was ich sehe verändert dann auch meinen Umgang damit.

So esse ich seit der Begegnung in Spanien mit den riesigen Muschelzuchthäfen keine Muscheln mehr. Und die gehörten mal zu meiner liebsten Speise am Meer. Nachhaltig bei Klamotten bin ich schon seit ich 13 war und die Second Handläden in Berlin für mich entdeckte und die Flohmärkte. Und trotzdem bin ich bei jedem Kleidungsstücke noch baff erstaunt wenn es plötzlich so arg kaputt ist das es wirklich nicht mehr tragbar ist…dabei hab ich es doch erst, wart mal, zwölf oder dreizehn Jahre !?!

Grenzgänger

Froh, den 'richtigen' Pass zu haben

Dani

Froh, den “richtigen” Pass zu haben oder die plötzliche Überpräsenz der Uniformierten.

Der Tag war lang, aber was lang ist ist nicht immer auch schön. Wir starteten heute früh ins Städtchen Slunj, oder eher seinen kleinen Stadtteil Rastoke, der berühmt ist für seine vielen Wassermühlen und Cascaden.

Tja, was berühmt ist und auch ständig als Klein Plitvice bezeichnet wird, das wird schnell eitel weil es ja alle sehen wollen. Also fangen sie mit Parkgebühren um 4 Euro an und enden mit einem Eintrittsgeld von 5 Euro, allerdings nicht im Winter so wie jetzt, da ist die Mühlen Halbinsel einfach mal abgesperrt ….na, nicht so unser Ding 😏 wir haben dann eine Wanderung versucht, ach, lassen wir das.

Die Entdeckung der Langsamkeit auf der Insel Cres

Stein auf Stein Jahrtausende alt

Dani

Kroatien - Istrien - Insel Cres

Diese Insel in der kroatischen Adria kannte ich bisher nur aus kurzen Sommerbesuchen mit dem Ausflugsboot von Istrien aus. Bunt war es, laut und voller Touristen und das Meer türkis und warm, gerade richtig zum baden.

Nun sind wir also im Winter hier, der Himmel blau und klar und der Wind oft eisig. Außer ein paar rastalooktragenden Schafen begegnen wir auf unseren ersten Wanderungen hier im Wald von Tramontana im Norden der Insel niemandem. Die Dörfer, die oft nur zu Fuss zu erreichen sind, stehen schon lange leer. In den anderen abgelegenen Dörfern wohnen zwischen 4 und 20 Menschen, sehen tun wir aber auch dort eigentlich niemanden. Es ist Pause, keine Saison, aber hier im Norden kann ich mir auch im Sommer keine Menschenmassen vorstellen. Zu wenig was der Tourist so mag, kaum gut erreichbare Strände, keine Lädchen mit buntem Firlefanz made in wahrscheinlich China. Nur einmal sehen wir in Beli, dem Ort der Gänsegeier, eine kleine, jetzt stillstehende Bummelbahn… so können die Leute im Sommer wohl bequem Natur (Geierstation) mit Strand verbinden.