Tarifa – Die Freiheit des Reisens

Nachdenkliches oder Es gibt immer mehrere Sichtweisen

Der Sinn des Reisens besteht darin, unsere Phantasien durch die Wirklichkeit zu korrigieren. Statt uns die Welt vorzustellen, wie sie sein könnte, sehen wir sie wie sie ist.
Samuel Johnson (1696 – 1772)

Bevor es für uns zwar zum ersten Mal, aber auch sehr unkompliziert darum geht den Kontinent zu wechseln, nämlich von Europa nach Afrika – genauer von Spanien nach Marokko – lasse ich meinen Blick durch Tarifa schweifen und entdecke dort auf dem Friedhof etwas, das mir sehr zu denken gibt. Es gibt dort ganz unscheinbar in einer Ecke, fast versteckt, einen kleinen umzäunten Ort an dem der unzähligen Toten gedacht wird, die unsere Reiseroute umgekehrt versuchten…und ertranken. Dort werden sie anonym beerdigt, jedenfalls die, die man noch raus fischt. Es sind eigentlich nur 14 Kilometer Meer die Afrika von Europa trennen, aber eben diese Meerenge hat es in sich. Tückisches Wetter, Wellen, Strömungen und zugleich ist es die von riesigen Containerschiffen am stärksten befahrene Route. Da wird des Nachts schnell mal ein kleines Holz- oder gar Schlauchboot übersehen, das sein Glück versucht. Und die meisten Flüchtlinge können nicht schwimmen. Das macht mich still und beklommen… und rückt meine Freiheit zu reisen nochmal in ein neues Licht.

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